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Fruchtfolge

Die Einhaltung einer geeigneten Fruchtfolge ist im Biolandbau als Prävention von Unkraut und Krankheiten unerlässlich. Unkräuter können weniger Überhand nehmen, wenn die angebauten Kulturen ständig wechseln. Sie werden insbesondere durch die unterschiedlichen Arten und Zeitpunkte der Bodenbearbeitung gestört. Ein gezielter Fruchtwechsel hilft ebenfalls, bodenbürtigen Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen.

Die Fruchtfolge leistet einen wichtigen Beitrag für die Pflanzenernährung. Unterschiedliche Pflanzen brauchen unterschiedliche Nährstoffe und lassen unterschiedliche Nährstoffe im Boden zurück, somit ist ein Ausgleich gewährleistet.

Auf unserem Biohof wird der Fruchtfolge grosse Bedeutung geschenkt. Folgender Fruchtfolgeplan hat sich über die Jahre bewährt:

1. Mais
2. Kartoffeln
3. Getreide
4. Gras

Der Mais braucht am meisten Nährstoffe, deshalb steht er an 1. Stelle. Die Kartoffeln sind ebenfalls relativ grosse Nährstoffzehrer, sind dafür weniger problematisch betreffend Krankeiten. Das Getreide wird als letzte Feldfrucht angebaut, auf Grund von bodenbürtigen Krankeiten. Am Schluss der Fruchtfolge wird Gras angebaut, als Erholung für den Boden.


Mais

Als Kraftfutter für die Milch-Kühe wird Futtermais angebaut. Unkraut ist das einzige Problem beim Maisanbau. Dieses kann präventiv bekämpft werden, in dem der Mais nicht zu früh gesät wird. Der Boden muss genügend warm sein, damit der Mais schnell wachsen kann und nicht vom Unkraut erstickt wird. Kurz nach dem Pflanzen wird der Mais „blind“, das heisst vor dem Auflaufen, mit der Hacke gestriegelt. Somit können die ersten Unkräuter ausgerissen werden. Später wir der Mais mit dem Sternhackgerät gehackt, was nochmals die Unkräuter vermindert und gleichzeitig Stickstoff in den Boden bringt, den die Maispflanzen benötigen.
Ein weltweit bekannter Schädling, der Maiszünsler, ist bis heute auf unserem Betrieb nicht aufgetaucht.


Kartoffeln

Es werden 3 verschiedene Sorten angebaut. Agata sind Frühkartoffeln, sie werden ende März unter Vlies gesetzt und im Juni geerntet. Charlotte (festkochend) und Agria (mehligkochend) werden Ende April gesetzt und im September geerntet.
Wie beim Mais ist das grösste Problem beim Kartoffelanbau das Unkraut. Als Prävention werden die Kartoffeln vor dem Setzen vorgekeimt. Somit laufen sie schneller auf und haben gegenüber dem Unkraut einen Vorsprung. Als weitere Massnahmen werden die Kartoffeln zwei Mal gestriegelt und einmal aufgewalmt, um das Unkraut auszureissen. Problematisch wird das Unkraut vor allem bei der Ernte, da es die Erntemaschine verstopft. Eine, im Biolandbau erlaubte, Möglichkeit wäre das Abflammen vor der Ernte. Dieser Eingriff ist jedoch relativ kostenintensiv. Zudem wurde bis heute, aus Rücksicht auf die Bodelebewesen, darauf verzichtet.

Normalerweise ist im Kartoffelanbau eine Pilzkrankheit, der falsche Mehltau, auch Kartoffelfäule genannt, ein Problem. Im Biolandbau ist das Bekämpfen des Mehltaus mit Fungiziden verboten. Nur der Einsatz von Kupfer ist erlaubt. Auf unserem Biohof konnte bis jetzt auf den Kupfereinsatz verzichtet werden, da die Krautfäule noch nie zu einem Problem wurde.
Dies vor allem dank dem die Kartoffeln nicht mit Mineraldünger gedüngt werden, somit wachsen die Stauden weniger dicht und trocknen schneller ab. Pilzkrankheiten, welche ein feuchtes Milieu lieben, können sich weniger ausbreiten.
Auch ein moderater Befall von Kartoffelkäfern kann hierbei beim „auslichten“ der Stauden behilflich sein. Die Kartoffelkäfer dürfen jedoch nicht überhand werden, sonst ist der Schaden zu gross. (Die Blätter brauchen die Kartoffeln für die Photosynthese). Wenn es zu viele Kartoffelkäfer auf dem Acker hat, wird ein Bt-Präparat gespritzt. Bt steht für Bacillus thuringiensis. Dies ist ein Bakterium, welches ein Gift produziert das für bestimmte Insekten tödlich ist. Bei Pflanzen, Wirbeltieren und Menschen ist es wirkungslos und kann im Boden vollständig biologisch abgebaut werden.


Getreide

Als Brotgetreide wird auf dem Biohof Badertscher die UrDinkel Sorte Oberkulmer angebaut. Dies ist eine alte urtümliche Sorte, welche sehr robust und resistent gegen verschiedene Krankheiten ist. Beim Dinkelanbau werden keine Pflanzenschutzmittel benötigt.
Der Dinkel wird im Oktober gesät. Es werden nicht mehr als 2 kg Dinkelkörner pro Aare gesät, damit der Dinkel nicht zu dicht wächst. Somit ist er standfester und weniger anfällig auf Pilzkrankheiten, da die Halme nicht zu dicht stehen und somit besser abtrocknen können.

Hormonelle Halmverkürzer sind im Biolandbau verboten. Um die Standfestigkeit zu gewähren wird der Dinkel mehrmals gestriegelt. Durch diese „Störung“ werden die Halme stärker und somit standfester. Das Striegeln ist zugleich Unkrautbekämpfung.

Futterbau

Für unseren Milchwirtschaftsbetrieb ist es wichtig, möglichst viel Milch aus dem Raufutter (Gras und Kräuter) zu produzieren. Es braucht eine gute Zusammensetzung von Gräsern und Kleearten in den Wiesen und eine optimale Düngung mit Hofdünger (Mist und Gülle). Luzerne, eine Leguminose, ist im Biolandbau besonders geeignet, weil sie in den Knöllchenbakterien an den Wurzeln Stickstoff produzieren kann, und Trockenheit gut erträgt.

Unser Weidesystem: Kurzrasenweide mit vier grossen Parzellen, die Besatzungszeit ist 5-6 Tage. Im Vollweidebetrieb wird vom Frühling bis Herbst im Stall nur Heu zugefüttert.

Unkraut: Blacken und Disteln werden von Hand mit dem Blackeneisen ausgestochen und eingesammelt.