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Biolandbau:

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Gesamtbetriebliche Bioproduktion und natürliche Vielfalt auf dem Biohof

Der Leitgedanke im Biolandbau ist das Wirtschaften im Einklang mit der Natur. Knospe-Betriebe setzen auf Nachhaltigkeit. Natürliche Lebensprozesse sollen gefördert und Stoffkreisläufe weitgehend geschlossen werden.
Ein geschlossener Stoffkreislauf bedeutet, dass weder Dünger noch Futter zugekauft werden muss. Das heisst, dass der Mist und die Gülle der Nutztiere als Dünger für die Felder dient, und dass der Betrieb alles Futter für die Tiere selber herstellt. Nicht überall ist dies möglich, zum Beispiel können in Berggebieten keine Eiweissträger angebaut werden. Ein Zukauf von Futtermittel ist deshalb erlaubt, jedoch müssen diese auch aus Biologischem Anbau stammen.

Weiter dienen so genannte ökologische Ausgleichsflächen wie Hecken und Blumenwiesen als Lebensraum für seltene Pflanzen und bieten geschützte Nistplätze für Vögel. Zudem sind diese Lebensraum und Futterquellen für Nützlinge welche im Biolandbau eine grosse Bedeutung haben. Die Erhaltung der Biodiversität hat einen hohen Stellenwert im Biolandbau, denn alle Lebewesen spielen eine Rolle im ganzen Ökosystem.


Besonders artgerechte Nutztierhaltung und –fütterung

Bio Suisse Tiere werden besonders artgerecht gehalten, sie verbringen speziell viel Zeit in freier Natur und unter freiem Himmel - im Sommer wie im Winter. Knospe-Tiere erleben somit den Lauf der Jahreszeiten und das Wetter, das stärkt ihre Abwehrkräfte und ihre Fruchtbarkeit. Prophylaktische Antibiotikaabgaben oder andere vorbeugende chemisch-synthetische Behandlungen sind verboten. Im Krankheitsfall werden die schonenden Behandlungsmethoden der Komplementärmedizin bevorzugt.

Fleisch- und Milchprodukte stehen oft in der Kritik, dass sie umweltschädlich sind weil sie eine schlechte Energiebilanz haben. Das heisst für die Produktion von Fleisch und Milch werden mehr Kalorien verbraucht als die Produkte schlussendlich haben. Diese Kritik ist berechtigt, vor allem dann, wenn die Tiere mit Kraftfutter, das heisst Getreide und Eiweissträger wie Soja und Mais, gefüttert werden. Die Produktion von Kraftfutter ist energieintensiv.

In der Biolandwirtschaft werden die Tiere in erster Linie mit Hofeigenem Raufutter (d.h. Heu und Stroh) gefüttert. Biokühe fressen also weniger Kraftfutter (Getreide und Eiweissträger wie Soja und Mais). Die Ausnahme sind Schweine und Hühner. Sie sind keine Raufutterverwerter und müssen deshalb mit Kraftfutter gefüttert werden. Wenn dieses nicht auf dem eigenen Betrieb produziert werden kann wird es zugekauft. Jedoch müssen auch zugekaufte Futtermittel biologisch produziert worden sein.

Die Entfaltung des arteigenen Verhaltens, Gesundheit, Vitalität und Widerstandskraft der Tiere sind wichtiger als Höchstleistungen.


Fruchtfolge als Prävention von Krankheiten und Schädlingen

Prävention hat im Biolandbau einen hohen Stellenwert, da wie oben erwähnt Krankheiten, Unkräuter und Schädlingen nicht einfach mit Pestiziden bekämpft werden können. Durch die Wahl standortangepasster Arten und Sorten sowie eine ausreichende Versorgung des Bodens mit organischem Material sind Biopflanzen unempfindlicher gegenüber Krankheiten.
Eine wichtige Präventiv-Funktion hat die Fruchtfolge. Unkräuter können weniger überhand nehmen, wenn die angebauten Kulturen ständig wechseln. Sie werden insbesondere durch die unterschiedlichen Arten und Zeitpunkte der Bodenbearbeitung gestört. Viele Pilzkrankheiten beim Getreide können an Strohresten im Boden überdauern. Ein gezielter Fruchtwechsel hilft, bodenbürtige Krankheiten und Schädlingen vorzubeugen.

Auch für die Nährstoffversorgung hat die Fruchtfolge einen wesentlichen Vorteil. Unterschiedliche Pflanzen brauchen unterschiedliche Nährstoffe und lassen unterschiedliche Nährstoffe im Boden zurück, somit ist ein Ausgleich gewährleistet.


Verzicht auf chemisch-synthetische Spritzmittel

Sämtliche chemisch-synthetische Spritzmittel (Pestizide) sind im Biolandbau verboten. Der Biobauer kann sich nicht mit Pestiziden und chemischen Düngemitteln gegen schlechte Anbaubedingungen wappnen. Entsprechend führt nur ein grosses Naturverständnis, Beobachtungsgabe und detailliertes Wissen über die angebauten Kulturen zum Erfolg.


Einsatz von Nützlingen und natürlichen Pflanzenschutzpräparaten

Nützlinge werden gezielt gefördert um Schädlinge zu regulieren. Somit wird mit und nicht gegen die Natur gearbeitet. Mit dem Einsatz von Nützlingen wird das ökologische Gleichgewicht unterstützt. Beliebte Nützlinge sind Schlupfwespen welche zum Beispiel den Maiszünsler regulieren können.

Zu den bekanntesten natürlichen Pflanzenschutzpräparaten gehört das Bt-Präparat. Bt steht für Bacillus thuringiensis, das ist ein Bakterium welches ein Gift produziert das für bestimmte Insekten tödlich ist. Bei Pflanzen, Wirbeltieren und Menschen ist es wirkungslos und kann im Boden vollständig biologisch abgebaut werden.
Bt-Präparate werden zum Beispiel gegen den Kartoffelkäfer eingesetzt.

Umstritten ist der Einsatz von Kupfer im Biolandbau. Dieser wird zur Bekämpfung von Pilzkrankheiten, insbesondere der Krautfäule bei Kartoffeln eingesetzt. Kupfer kann sich im Boden anreichern und ist deshalb nicht unproblematisch. In den Richtlinien von Bio Suisse ist deshalb der Kupfereinsatz beschränkt auf 4 kg pro Hektare und Jahr. Da Kartoffeln höchstens alle 5 Jahre auf demselben Acker angebaut werden kann sich das Kupfer in diesen Mengen nicht anreichern.


Verzicht auf Kunstdünger, stattdessen Einsatz von organischem Dünger und Gründünger

Kunstdünger, auch Mineraldünger genannt, ist ein synthetisch hergestellter, schnell wirksamer Dünger. Pro Hektare werden je nach Kultur 50 bis 150 kg synthetische Stickstoffdünger eingesetzt, welche mit Hilfe nicht erneuerbarer Brennstoffe produziert werden. Der Mineraldünger ist für die Pflanzen direkt verfügbar, muss also nicht zuerst von Bodelebewesen umgewandelt werden. Die Bodelebewesen verlieren ihre „Aufgabe“ und somit auch ihre Lebensgrundlage. Die Fruchtbarkeit eines Bodens hängt unter anderem von den Bodelebewesen ab. Je weniger Bodelebesen vorhanden, desto ärmer ist ein Boden und desto abhängiger von Künstlichem Dünger – ein Teufelskreis.

Deshalb sind die Themen Bodenfruchtbarkeit und Pflanzenernährung im Biolandbau besonder wichtig. Statt Kunstdünger wird organischer Dünger eingesetzt. Organischer Dünger ist Mist und Gülle, jedoch auch Gründünger und Ernterückstände gehören zu den organischen Düngemitteln. Damit diese Nährstoffe für die Pflanzen verfügbar werden, muss der organische Dünger zuerst von Bodelebewesen zersetzt werden. Dies fördert die Vielfalt der Bodelebewesen was sich wiederum positiv auf die Bodenfruchtbarkeit auswirkt.

Durch den Einsatz von organischem Dünger wird der Humusgehalt der Böden erhöht. Bei der Humusbildung wird CO2 über die Assimilation (Aufnahme) der Pflanzen in den Humuskörper des Bodens zurückgebunden. Langjährige Studien aus der Schweiz zeigen, dass im Biolandbau 12 bis 15 Prozent mehr Kohlenstoff im Boden angereichert wird.

Die Biolandwirtschaft spart also einerseits durch den Verzicht auf synthetische Düngemittel CO2 ein und verringert das klimaschädliche Gas zusätzlich durch Einlagerung in den Boden.

Ein weiterer Vorteil des humusreichen Bodens ist das bessere Wasserspeicherpotential.
Eine ebenfalls wichtige Massnahme zur Förderung der Bodenfruchtbarkeit ist eine geeignete Fruchtfolge. Als gutes Beispiel sind Klee oder andere Leguminosen zu nennen. Diese Pflanzen haben die Fähigkeit, mit Hilfe spezieller Bodenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden und Pflanzenverfügbar zu machen. Alle anderen Pflanzenfamilien sind dazu nicht in der Lage. Überreste der Leguminosen (zum Beispiel Wurzeln) sind danach Dünger für die nächsten Pflanzen in der Fruchtfolge.


Mechanische Unkrautbekämpfung anstelle von Herbiziden

Herbizide, das heisst chemisches Unkrautvernichtungsmittel ist im Biolandbau verboten. Zu den Grundgedanken des Biolandbaus gehört, dass ein Acker nicht restlos „sauber“ sein muss. Unkraut, auch Beikraut genannt, dient als Lebensraum für Nützlinge und als Bodenbedeckung schützt es die wertvolle Humusschicht und verhindert so die Bodenerosion.
Damit die Unkräuter jedoch nicht überhand nehmen, können sie mechanisch, mit einem Striegel, reguliert werden.
Im Gemüsebau ist der Einsatz eines Striegels problematisch, da die Kulturen meist kleinräumig gepflanzt werden und vor allem sehr empfindlich sind. Hier bleibt den Biobauern nichts anderes übrig als das Jäten von Hand.


Verzicht auf den Einsatz von Gentechnik

Der Einsatz von Gentechnik ist im Biolandbau verboten. Einerseits weil noch keine namhaften Vorteile durch die Gentechnik erziehlt wurden, andererseits aus ethischen Gründen. Das künstliche transferieren von Genen über die Artgrenze (z.B. von Tieren zu Pflanzen) hinaus steht im Widerspruch zu den Leitgedanken des Biolandbaus. Zudem birgt die Patentierung der Gentech-Pflanzen die Gefahr eine Abhängigkeit der Saatguthersteller, da das Saatgut jedes Jahr neu gekauft werden muss und es verboten ist, mit diesen Pflanzen eigenes Saatgut herzustellen. 90% des Gentechsaatgut wird von einem einzigen Konzern hergestellt und verkauft.
Der Biolandbau steht für Vielfalt, auch bei den Kulturpflanzen. Viele verschiedene, den Standorten angepassten Sorten bringen mehr Vorteile als eine einzige „Wundersorte“.


Biolebensmittel sind gesünder

Einerseits sind Bioprodukte gesünder, da sie mit Sicherheit keine Pestizidrückstände haben. Es gibt jedoch noch andere, weniger offensichtliche, Gründe dafür:

Bei diversen Studien konnte nachgewiesen werden, dass Bioprodukte mehr Vitamine enthalten als konventionelle Produkte. Dies wird vor allem auf die verminderte Stickstoffgabe zurückgeführt.

Auch Sekundäre Pflanzenstoffe sind in Bioprodukten vermehrt zu finden.
Was sind primäre und sekundäre Pflanzenstoffe?
Primäre Pflanzenstoffe sind vor allem Kohlenhydrate und Proteine, sie stammen aus dem Energiestoffwechsel der Pflanze. Sekundäre Pflanzenstoffe sind „Nebenprodukte“ im Stoffwechsel der Pflanzen. Sie dienen nicht dem kurzfristigen Überleben, sind jedoch umso wichtiger in der gesamten Lebensdauer der Pflanze. Sie bilden diese Substanzen unter anderem als Abwehrstoffe gegen Schädlinge und Krankheiten. Nun ist klar, weshalb Bioprodukte mehr sekundäre Pflanzenstoffe haben. Diese werden nicht durch Pflanzenschutzmittel „geschützt“ und müssen selber um ihr Überleben kämpfen. Sie sind weniger „verwöhnt“ als ihre konventionellen Kollegen.
Weshalb sind sekundäre Pflanzenstoffe wichtig für uns Menschen? Sie wirken Antioxidativ, das heisst sie verhindern Zellschädigung und –alterung und spielen damit in der Prävention von Krankheiten eine Rolle. Sie sind entzündungshemmend (zum Beispiel die Saponine in Hülsenfrüchten), verhindern Thrombosen (z.B. Sulfide in Knoblauch), Regulieren den Blutzuckerspiegel (z.B. Phytin im Getreide) und können sogar Krebs hemmend wirken (z. B. Carotinoide in grünblättrigem Gemüse).


Verzicht auf unnötige Zusatzstoffe wie Aroma- und Farbstoffe

Knospe-Lebensmittel werden ohne Aroma- und Farbstoffe hergestellt, auch auf Geschmacksverstärker, Stabilisatoren, künstliche Vitamine und Mineralstoffe sowie synthetische Süßstoffe wird wenn immer möglich, verzichtet; es sei denn, der Einsatz dieser Stoffe ist technologisch unabdingbar. In dem Fall müssen die Stoffe natürlichen Ursprungs sein, hergestellt ohne Anwendung von Gentechnologie. Die für die Verarbeitung von Knospe-Produkten in Frage kommenden Zusatz- und Verarbeitungshilfsstoffe sind in der Verordnung des EVD (Eidgenössisches Volksdepartement) über die biologische Landwirtschaft aufgeführt. Die Zulassung durch Bio Suisse erfolgt produktspezifisch.


Schonende Verarbeitung der Lebensmittel

Knospe-Produkte werden schonend hergestellt. Eine unnötige Verarbeitung ist nicht zugelassen. Die chemische Verarbeitung sowie Bestrahlung und Mikrowellen-Behandlung sind ausgeschlossen.
Zudem sollen für die Verpackung möglichst umweltschonende Materialien verwendet werden. PVC und andere chlorierte Kunststoffe sind grundsätzlich verboten.


Regelmässige unabhängige Kontrolle von Anbau und Verarbeitung

Biologische Produktion ist eine Haltung. Knospe-Richtlinien gelten für den Anbau, die Verarbeitung und den Handel von Produkten. Nur Betriebe, die die Richtlinien vollständig befolgen, dürfen sich mit der Knospe schmücken. Strenge Kontrollen sind das Fundament der lückenlosen Knospe-Garantie. Produktion, Rohstoffe, Rezepturen, Verarbeitung, Transport und Lagerung müssen den Knospe-Richtlinien entsprechen. Knospe-Produkte werden gesondert gelagert und verarbeitet. Knospe-Betriebe werden regelmässig von unabhängigen Kontroll- und Zertifizierungsstellen geprüft.




Quellen:
- FiBL Dossier „Qualität und Sicherheit von Bioprodukten“
- Bio Suisse Homepage
- bio aktuell 1/10
- „Biolandbau schon Ressourcen und Klima – Bioförderung ist Klimaschutz“ Medienmitteilung des FiBL vom 15.02.2007